Wildnisschule Schorfheide
Unsere Haltung
Wie wir Natur erleben, lernen und miteinander unterwegs sein wollen
Wildnis bedeutet für uns mehr als draußen zu sein oder bestimmte Fertigkeiten zu beherrschen. Sie beginnt mit Aufmerksamkeit, für das, was uns umgibt, für andere Menschen und für uns selbst.
In unseren Kursen und Ausbildungen möchten wir Räume schaffen, in denen Menschen eigene Erfahrungen machen können. Nicht alles muss erklärt werden. Vieles erschließt sich erst, wenn wir selbst ein Feuer entzünden, einer Spur folgen, eine Nacht draußen verbringen oder gemeinsam eine Herausforderung lösen.
Dabei gibt es einige Dinge, die uns in unserer Arbeit besonders wichtig sind.
Natur ist kein Hintergrund
Wir verstehen Natur nicht als Kulisse für Abenteuer und auch nicht als etwas, das es zu bezwingen gilt. Wir sind selbst Teil natürlicher Zusammenhänge.
Je mehr Zeit wir draußen verbringen, desto mehr beginnen wir wahrzunehmen: Jahreszeiten, Wetter, Tiere, Pflanzen, Landschaften und die vielen Beziehungen dazwischen. Aus Wissen kann Vertrautheit entstehen und aus Vertrautheit oft auch Verantwortung.
Lernen geschieht durch Erfahrung
Wildniswissen lässt sich nicht nur erklären. Deshalb wird bei uns ausprobiert, beobachtet, geübt und manchmal auch gescheitert.
Ein Feuer, das beim ersten Mal nicht brennt, eine Spur, die wir verlieren, oder eine Nacht, die anders verläuft als erwartet, kann ein guter Lehrer sein. Wir möchten nicht möglichst schnell fertige Antworten liefern, sondern Menschen dabei unterstützen, selbst Erfahrungen zu sammeln und daraus zu lernen.
Gemeinschaft trägt
Wildnis ist für uns nicht die Geschichte vom Einzelnen, der sich allein gegen die Natur behauptet.
Draußen wird vielmehr schnell deutlich, wie wichtig Gemeinschaft ist: Wissen teilen, füreinander sorgen, Aufgaben übernehmen, zuhören und gemeinsam Lösungen finden. Deshalb gehört das Miteinander für uns genauso zum Lernen wie Feuer, Pflanzenwissen, Fährtenlesen oder der Bau eines Schutzplatzes.
Jeder Mensch geht seinen eigenen Weg
Menschen kommen mit unterschiedlichen Erfahrungen, Fähigkeiten und Fragen zu uns. Das respektieren wir.
Wir möchten Impulse geben, herausfordern, Wissen weitergeben und Erfahrungsräume öffnen. Aber wir wollen niemandem vorschreiben, was er denken, fühlen oder aus einer Erfahrung mitnehmen soll.
Natur kann vieles in Bewegung bringen. Was daraus entsteht, entscheidet jeder Mensch selbst.
Altes Wissen verdient Respekt
Viele Fertigkeiten, Methoden und Formen des Naturlernens, mit denen wir arbeiten, sind nicht neu. Menschen haben über unzählige Generationen hinweg Feuer gemacht, Pflanzen genutzt, Tiere beobachtet, Spuren gelesen und Wissen innerhalb ihrer Gemeinschaften weitergegeben.
Ein Teil unserer Arbeit ist auch von verschiedenen Wildnis- und Naturmentoring-Traditionen geprägt. Wo Wissen aus bestimmten kulturellen Zusammenhängen stammt, möchten wir damit bewusst und respektvoll umgehen, nicht so, als hätten wir es selbst erfunden.
Gleichzeitig prüfen wir durch eigene Erfahrung, was für unsere Arbeit hier, in unserer Landschaft und in unserer Zeit sinnvoll ist.
Offenheit und Respekt gehören zusammen
Bei uns begegnen sich Menschen mit unterschiedlichen Lebenswegen, Erfahrungen und Sichtweisen. Diese Vielfalt gehört für uns zu einer lebendigen Gemeinschaft.
Wir möchten einen Rahmen schaffen, in dem Menschen einander respektvoll begegnen, Fragen stellen, voneinander lernen und auch unterschiedlicher Meinung sein können.
Entscheidend ist für uns, dass die Würde und die Grenzen anderer Menschen geachtet werden.
Draußen beginnt Beziehung
Am Ende geht es uns nicht darum, Menschen beizubringen, die Natur zu beherrschen.
Wir möchten sie darin begleiten, wieder mit ihr in Beziehung zu kommen, durch Aufmerksamkeit, Erfahrung, Wissen und gemeinsame Zeit draußen.



